LED-Beleuchtung bietet viele Möglichkeiten: unterschiedliche Lichtfarben, kompakte Bauformen, dimmbare Leuchten und eine große Auswahl für Wohnräume, Außenbereiche und gewerbliche Anwendungen.
Diese Vielfalt macht die Auswahl allerdings nicht immer einfacher. Eine Leuchte kann technisch hochwertig sein und trotzdem nicht zur vorgesehenen Anwendung passen. Häufig liegen die Probleme nicht am Produkt selbst, sondern an einer falschen Auswahl oder einer unzureichenden Lichtplanung.
Wir zeigen sieben typische Fehler und erklären, worauf Sie bei der Auswahl Ihrer LED-Beleuchtung achten sollten.
1. Die Helligkeit nur anhand der Wattzahl auswählen
Einer der häufigsten Fehler besteht darin, die Helligkeit einer LED weiterhin anhand der Wattzahl zu beurteilen.
Die Wattzahl beschreibt in erster Linie die elektrische Leistungsaufnahme. Wie viel Licht tatsächlich erzeugt wird, erkennen Sie am Lichtstrom in Lumen.
Zwei LED-Leuchtmittel mit derselben Wattzahl können unterschiedliche Lumenwerte besitzen. Für die Produktauswahl sollte deshalb der Lumenwert im Vordergrund stehen.
Wichtig sind unter anderem:
- Größe und Nutzung des Raumes
- Anzahl der Lichtquellen
- Position der Leuchten
- Wand- und Deckenfarben
- gewünschte Grund- oder Akzentbeleuchtung
Eine einzelne hohe Wattzahl ersetzt nicht automatisch eine durchdachte Verteilung mehrerer Lichtquellen.
Mehr über Lumen und Helligkeit erfahren
2. Für alle Räume dieselbe Lichtfarbe verwenden
Die Lichtfarbe beeinflusst, wie ein Raum wahrgenommen wird. Sie wird in Kelvin angegeben.
Als grobe Orientierung gelten:
- 2700 bis 3000 Kelvin: warmweißes und wohnliches Licht
- etwa 4000 Kelvin: neutralweißes und sachliches Licht
- etwa 6500 Kelvin: tageslichtweißes und sehr kühles Licht
Warmweiß wird häufig in Wohn- und Schlafbereichen eingesetzt. Neutralweiß eignet sich unter anderem für Küchen, Arbeitsbereiche, Büros und Hauswirtschaftsräume. Tageslichtweiß kann dort sinnvoll sein, wo eine besonders sachliche oder kontrastreiche Ausleuchtung gewünscht wird.
Welche Lichtfarbe passt, hängt jedoch nicht allein vom Raum ab. Auch Einrichtung, Oberflächen, persönliche Vorlieben und die konkrete Nutzung spielen eine Rolle.
Leuchten mit 3CCT oder 5CCT bieten zusätzliche Flexibilität. Bei ihnen kann die Lichtfarbe je nach Ausführung eingestellt werden.
3. Nur eine zentrale Deckenleuchte einplanen
Eine einzelne Deckenleuchte kann einen Raum grundsätzlich erhellen. Sie sorgt aber nicht automatisch für eine angenehme und funktionale Lichtwirkung.
Ein ausgewogenes Beleuchtungskonzept besteht häufig aus mehreren Ebenen:
Grundbeleuchtung
Sie sorgt für eine gleichmäßige Orientierung im Raum. Dazu eignen sich beispielsweise Deckenleuchten, Panels oder mehrere Einbaustrahler.
Funktionsbeleuchtung
Sie unterstützt konkrete Tätigkeiten, etwa an einer Küchenarbeitsplatte, einem Schreibtisch oder einem Spiegel.
Akzentbeleuchtung
Sie hebt einzelne Bereiche, Möbel, Bilder oder architektonische Elemente hervor.
Durch die Kombination dieser Ebenen wirkt ein Raum nicht nur heller, sondern meist auch strukturierter und angenehmer.
4. Den Abstrahlwinkel nicht berücksichtigen
Der Abstrahlwinkel beschreibt, wie breit das Licht einer Leuchte verteilt wird.
Ein engerer Abstrahlwinkel erzeugt einen stärker gebündelten Lichtkegel. Das kann für Akzente, Ausstellungsflächen oder bestimmte Arbeitsbereiche sinnvoll sein.
Ein breiter Abstrahlwinkel verteilt das Licht großflächiger und eignet sich häufig besser für eine gleichmäßige Grundbeleuchtung.
Bei Einbauspots und Schienenstrahlern sollten deshalb nicht nur Watt und Lumen betrachtet werden. Ebenso wichtig sind:
- Abstrahlwinkel
- Montagehöhe
- Abstand zwischen den Leuchten
- Schwenkbarkeit
- gewünschte Größe der beleuchteten Fläche
Ein sehr heller Spot mit engem Lichtkegel kann trotz eines hohen Lumenwertes dunkle Bereiche im Raum hinterlassen.
5. Die Schutzart für Bad und Außenbereich ignorieren
Nicht jede Leuchte ist für feuchte Räume oder den Außenbereich geeignet.
Die IP-Schutzart gibt an, wie gut ein elektrisches Produkt gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser geschützt ist. Welche Schutzart benötigt wird, hängt vom konkreten Montageort und der dort zu erwartenden Belastung ab.
Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich bei:
- Badezimmern
- Duschen und Waschbereichen
- überdachten Außenflächen
- offenen Fassaden
- Kellern und Garagen
- Feuchträumen
- gewerblichen Arbeitsbereichen
Eine hohe IP-Schutzart allein macht eine Leuchte jedoch nicht automatisch für jeden Montageort geeignet. Zusätzlich müssen die Herstellerangaben, die vorgesehene Montageart und die geltenden Installationsanforderungen beachtet werden.
Elektrische Arbeiten sollten durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte ausgeführt werden.
6. Dimmbare Leuchte und Dimmer nicht aufeinander abstimmen
Die Angabe „dimmbar“ bedeutet nicht automatisch, dass eine LED mit jedem vorhandenen Dimmer einwandfrei funktioniert.
Leuchtmittel, Treiber und Dimmer müssen technisch zusammenpassen. Bei ungeeigneten Kombinationen können unter anderem folgende Probleme auftreten:
- Flackern
- Brummen
- begrenzter Dimmbereich
- verzögertes Einschalten
- ungleichmäßige Helligkeit
- vollständiger Funktionsausfall
Vor dem Kauf sollte deshalb geprüft werden:
- Ist die LED ausdrücklich dimmbar?
- Ist der verwendete Dimmer für LED-Lasten geeignet?
- Gibt es eine angegebene Mindest- oder Maximallast?
- Ist bei Leuchten mit separatem Treiber auch der Treiber dimmbar?
Bei fest installierten Beleuchtungsanlagen empfiehlt sich eine technische Prüfung vor der Umrüstung.
7. Nur nach Optik oder Preis entscheiden
Design und Preis sind wichtige Auswahlkriterien. Sie sollten aber nicht die einzigen Kriterien sein.
Vor dem Kauf einer LED-Leuchte oder eines Leuchtmittels sollten mindestens folgende Angaben geprüft werden:
- Lumen
- Watt
- Lichtfarbe beziehungsweise Kelvin
- Abstrahlwinkel
- Dimmbarkeit
- Schutzart
- Abmessungen
- Einbau- oder Ausschnittmaß
- Sockel oder Anschlussart
- Lieferumfang
Bei Einbaurahmen ist beispielsweise entscheidend, ob Leuchtmittel und Fassung enthalten sind. Bei Einbauleuchten müssen Ausschnittmaß und Einbautiefe zur vorhandenen Decke passen. Bei Schienensystemen muss geprüft werden, für welches System die jeweilige Komponente vorgesehen ist.
Eine verständliche technische Beschreibung hilft dabei, Fehlkäufe und unnötigen Aufwand bei der Installation zu vermeiden.
Checkliste vor dem Kauf
- Wie wird der Raum oder Bereich genutzt?
- Wie viel Helligkeit wird benötigt?
- Welche Lichtfarbe ist gewünscht?
- Soll das Licht breit verteilt oder gezielt ausgerichtet werden?
- Wird eine dimmbare Lösung benötigt?
- Welche Schutzart ist am Montageort erforderlich?
- Passen Maße, Ausschnitt und Einbautiefe?
- Was ist im Lieferumfang enthalten?
Je genauer diese Punkte vorab geklärt werden, desto leichter lässt sich eine passende Beleuchtungslösung auswählen.
Fazit: Gute Beleuchtung beginnt vor der Montage
LED-Beleuchtung sollte nicht nur nach Wattzahl oder Optik ausgewählt werden. Lumen, Lichtfarbe, Lichtverteilung, Schutzart und Einbausituation müssen zusammenpassen.
PurpleLights ist aus dem Elektromeister- und Planungsbetrieb PurpleHome entstanden. Diesen technischen Hintergrund nutzen wir, um Produkte verständlich darzustellen und die Auswahl geeigneter Beleuchtungslösungen zu erleichtern.